Zukunftsgespräch mit Bürgermeister Volker Hatje

Einen tiefen Einblick in „die Zukunft von Elmshorn“, so das Thema der Versammlung, vermittelte Bürgermeister Volker Hatje als besonderer Gast der Auftaktveranstaltung der Woche der Elmshorner SPD im Schützenhof am vergangenen Mittwoch.

Welch große Bedeutung dabei der Umgestaltung des Gebiets Krückau/Vormstegen durch die Verwaltung beigemessen wird, machte Hatje gleich zu Anfang des Abends deutlich, als er die großformatigen Ausdrucke des Rahmenplans an den Wänden befestigte. „Ich habe Papier mitgebracht; Power-Point-Präsentationen sind nicht so meine Sache“, kommentierte der Bürgermeister launig die Pläne und zückte sogleich stilecht seinen „analogen Laserpointer“ in Form eines Zeigestocks, um den interessierten Teilnehmern die Ausgangssituation zu Beginn der Planungen und das bisher Erreichte zu erläutern.

Ein Grundpfeiler des Plans ist für den Bürgermeister die Käpten-Jürs-Brücke. „Mit der Hafenspange wurde erst die Möglichkeit geschaffen, die Verkehrsströme durch die Innenstadt neu zu ordnen“, so Hatje, „ohne die Brücke wäre die Umsetzung der Planungen gar nicht möglich.“

Doch auch ansonsten habe sich schon einiges getan, führte der Rathaus-Chef aus, und verwies auf die Umgestaltung des Wohngebiets Schleusenpark, bei dem der alte Wohnungsbestand durch Neubauten ersetzt wurde und der Platz vor dem Wasserturm und bei der Gedenkstätte für die Synagoge neugestaltet wurde.

Überhaupt ist für die stark wachsende Krückaustadt die Schaffung neuen Wohnraums ein wichtiges Element. Hier richtet Hatje seinen Blick sowohl auf die neuen Wohneinheiten, die aktuell auf dem Gelände des ehemaligen Hauses Elbmarsch entstehen, auf die Planungen für weitere Smart-Ideen-Häuser, die die abgängige Reihenhausbebauung in der Straße Uhlenhorst ersetzen sollen, als auch auf die geplante Wohnbebauung am Nordufer des Hafens und innerhalb des Gebietes Vormstegen und insbesondere auf die im nächsten Jahr beginnende Umgestaltung des ehemaligen Kibek-Hochhauses zu Wohnraum. 

„Es werden insgesamt über 600 weitgehend barrierefreie oder barrierearme Wohnungen geschaffen, die zu einem guten Teil auch im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gefördert werden“, betont der Bürgermeister, der aber auch auf die Grenzen des Wachstums hinweist: „Das reicht dann erstmal; wir müssen auch sehen, dass wir wir mit der Infrastruktur hinterherkommen!“

Das Thema Infrastruktur erschöpft sich für Hatje aber nicht nur in den Kanalbaumaßnahmen, die im nächsten Jahr zur Erschließung des Gebiets Krückau/Vormstegen starten werden oder in der zentralen Energieversorgung des Gebiets durch ein Blockheizkraftwerk, sondern auch in den sozialen Einrichtungen. Er könne sich sehr gut vorstellen, in dem Neubau des Rathauses auch einen Kindergarten unterzubringen, führt der Bürgermeister auf Nachfrage aus dem gut gefüllten Saal aus, „und auch weitere Einrichtungen, denn, ganz ehrlich, ich möchte, dass das Rathaus am neuen Standort nicht nur der Verwaltung dient, sondern auch intensiv von den Bürgern genutzt und angenommen wird!“

Mit diesem Wunsch verbindet sich für den Verwaltungs-Chef auch die Hoffnung, dass die Standortfrage des Rathauses „rund um den Buttermarkt“ sehr bald geklärt wird: „Auch hier sind wir mit dem Erwerb der Schlüsselgrundstücke wie zum Beispiel des Postgebäudes einen Riesenschritt vorangekommen, um die zur Gestaltung des Platzes und der Randbebauung notwendige Verlegung der Schauenburger Straße angehen zu können.“

Das Herzstück des Gebietes Krückau/Vormstegen ist für Hatje weiterhin der Gebäudekomplex der Knechtschen Hallen. „Es gibt eine Menge kreativer Ideen, wie man die Hallen zukünftig nutzen kann“, berichtet der Bürgermeister und verweist insbesondere auch auf das beeindruckende Engagement des Freundeskreises Knechtsche Halle in der Keimzelle Kranhaus.

Ein auf Dauer großes Thema bleibt für Elmshorn die Umgestaltung des Bahnhofs. „Leider ist und bleibt die Bahn ein schwieriger Verhandlungspartner“, umschreibt Hatje auf Nachfrage des Bundestagsabgeordneten und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Ernst Dieter Rossmann das mangelnde Interesse des Unternehmens am Bahnhofsumbau. Dennoch müsse aus der Sicht der Stadt zumindest die verkehrliche Situation am Bahnhof deutlich verbessert werden: „Die bisherigen Bushaltestationen am Bahnhof sind völlig überlastet; die Einrichtung einer zentralen Umsteigestation zwischen dem Stadtbusverkehr und den Zügen bleibt für die Verwaltung und die Politik das Ziel.“